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Frau und Mann im Gespräch in einer Produktionshalle

ISO 20022 für Unternehmen

Neue Formate im Zahlungsverkehr

Der Zahlungsverkehr wird international einheitlicher: Mit ISO 20022 kommt ein moderner Standard für den Austausch von Zahlungsinformationen. Für Unternehmen bedeutet das vor allem, bestehende Systeme, Software und Prozesse rechtzeitig auf die neuen Anforderungen zu prüfen.

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Was ist ISO 20022?

ISO 20022 ist ein internationaler Standard für Finanznachrichten. Er sorgt dafür, dass Zahlungsinformationen strukturiert, eindeutig und effizient verarbeitet werden können. Das verbessert die Automatisierung und macht Zahlungsverkehrsprozesse zukunftsfähig.

Warum ist die Umstellung wichtig?

Die Einführung von ISO 20022 ist ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen und zukunftsfähigen Zahlungsverkehr. Unternehmen sollten sich frühzeitig mit den Anforderungen beschäftigen, um einen reibungslosen Ablauf sicherzustellen.

Ihre Vorteile

  • Effizienz und Kostensenkung durch Automatisierung

  • Strukturiertes XML-Format für eine einheitliche Datenübertragung

  • Mehr Detailtiefe bei Nachverarbeitung von Zahlungseingängen

Was ändert sich konkret?

Die bisher genutzten MT-Formate (z. B. MT940 für Umsatzdaten) werden durch camt-Formate (z. B. camt.053) ersetzt. Die neuen Formate bieten strukturierte und umfassendere Informationen im XML-Standard – ein klarer Vorteil für Auswertung und Weiterverarbeitung.

  • Wichtig: Auch Unternehmen, die bereits camt-Formate nutzen, müssen sicherstellen, dass sie auf die aktuelle Version 8 umstellen.

 

Beispiele für Formatänderungen:

  • MT940 → camt.053 (Umsatzdaten)
  • MT942 → camt.052 (Vormerkposten)
  • MT941 → camt.054 (Buchungen)

Formatumstellung

Stellen Sie sicher, dass Ihre Systeme die neuen camt-Formate unterstützen. Diese ersetzen die bisherigen MT-Nachrichtenformate, wie z.B. MT940 für Umsatzdaten. 

Anpassung der IT-Systeme

Die Umstellung erfordert oft Anpassungen an den Buchhaltungs- und ERP-Systemen. Planen Sie ausreichend Zeit für die Umstellung und Tests der neuen Formate ein, um den reibungslosen Betrieb sicherzustellen. Unternehmen müssen ihre Banking-Software und internen Systeme rechtzeitig aktualisieren, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Testläufe und Validierung

Bevor Sie vollständig auf camt wechseln, sollten umfangreiche Tests durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Daten korrekt verarbeitet und alle relevanten Informationen übertragen werden.

Was ist jetzt zu tun?

Damit Sie auch künftig problemlos arbeiten können, empfehlen wir folgende Schritte:

  1. Systeme prüfen: Unterstützt Ihre Banking- oder Buchhaltungssoftware bereits die neuen Formate?
  2. Software aktualisieren: Führen Sie notwendige Updates durch – ggf. in Zusammenarbeit mit Ihrem IT-Dienstleister oder Softwareanbieter.
  3. Umschalten auf camt: Stellen Sie den Abruf Ihrer Umsatzinformationen auf das neue camt-Format um.
  4. Interne Abstimmung: Binden Sie Buchhaltung, IT und weitere relevante Stellen rechtzeitig ein.
  5. Tests einplanen: Prüfen Sie mit Testdateien die Verarbeitung und stellen Sie so einen reibungslosen Ablauf sicher.
  6. Mit weiteren Banken abstimmen: Wenn Sie mit mehreren Instituten arbeiten, koordinieren Sie die Umstellung gemeinsam.

Wichtig für den Auslandszahlungsverkehr

Für den Auslandszahlungsverkehr (AZV) müssen Sie nach der Umstellung auf ISO 20022 folgende Voraussetzungen bei der Erfassung von Aufträgen erfüllen.

Strukturierte Adressdaten verwenden:

  • Standard "vollständig strukturierte Adressen" - Mindestanforderung: Name, Stadt, Land in separaten Feldern
  • Idealerweise werden alle Adressdaten in getrennten Feldern erfasst (Name, Straße, Hausnummer, Postleitzahl, Stadt, Land)
  • Ein Freitextfeld, in welchem alle Adressinformationen aneinandergereiht erfasst werden, kann nicht mehr verarbeitet werden.

Zeitplan für die Umstellung

  • Seit 2024: Neue camt-Formate ab sofort verfügbar.
  • Seit dem 23. November 2025: Nur noch ISO 20022-konforme elektronische Umsatzinformationen erlaubt.
  • Ab November 2026: Letzte Frist für die Umstellung, insbesondere im Auslandszahlungsverkehr.
  •  Weitere Infos und Beispieldateien finden Sie auf www.ebics.de unter der Rubrik „Datenformate“.
Zahlungsart / ÜberweisungFormat bisherFormat neuBeschreibungEBICS bisherEBICS neu
SEPA-Überweisungpain.001.001.03pain.001.001.09Massenzahlung in EUR innerhalb des SEPA-RaumsCCTCCT

Euro-

Eilüberweisung

pain.001.001.03pain.001.001.09Taggleiche Eilzahlung in EUR innerhalb des EuroraumsCCUCCU
AuslandsüberweisungDTAZVpain.001.001.09Zahlungen in beliebigen Währungen in beliebige Länder, auch Fremdwährungszahlungen innerhalb DeutschlandsAZVAXZ
Echtzeitüberweisung (Instant Payment)pain.001.001.03pain.001.001.09Echtzeitüberweisung in EUR innerhalb des EuroraumsCIPCIP
Basislastschriftpain.008.001.02pain.008.001.08Lastschrifteinzug in EUR innerhalb des SEPA-Raums. Widerspruch durch den Zahlungspflichtigen ist innerhalb von 8 Tagen möglich.CDDCDD
Firmenlastschriftpain.008.001.02pain.008.001.08Lastschrifteinzug in EUR innerhalb des SEPA-Raums. Es ist kein Widerspruch durch den Zahlungspflichtigen möglich. Der Zahlungspflichtige darf keine Privatperson sein.CDBCDB

Häufige Fragen

Was ist ISO 20022?

ISO 20022 ist ein internationaler Standard für den Austausch von Finanznachrichten. Er schafft eine einheitliche Grundlage für Zahlungsinformationen und ersetzt in vielen Bereichen bisherige Formate und Verfahren.

Durch die stärkere Strukturierung von Daten können Zahlungsinformationen künftig präziser übermittelt und automatisiert verarbeitet werden. Das unterstützt transparente Prozesse und kann die Abstimmung im Finanz- und Rechnungswesen erleichtern.

Warum wird ISO 20022 eingeführt?

Die Einführung von ISO 20022 dient der globalen Standardisierung und Verbesserung der Effizienz im Zahlungsverkehr. Außerdem unterstützt er wichtige Compliance-Anforderungen wie die Geldwäscheprävention.

Betrifft ISO 20022 nur große Unternehmen?

Nein. Auch kleine und mittelständische Unternehmen können betroffen sein, wenn sie digitale Zahlungsverkehrsprozesse oder angebundene Finanzsoftware einsetzen.

Was passiert, wenn Unternehmen nicht umstellen?

Unternehmen, die die Umstellung versäumen, riskieren abgelehnte, verzögerte oder fehlerhafte Zahlungen. Dies kann den Cashflow beeinträchtigen, zusätzliche Kosten verursachen und zu Compliance-Verstößen führen.

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