Der Befragungszeitraum vom 23. Februar bis 20. März 2026 fiel in eine Phase, in der sich die Krise in der Straße von Hormus und steigende Ölpreise bereits bemerkbar machten. In dieser internationalen Gemengelage ist die Stimmung insgesamt verhalten, aber nicht einheitlich. Am robustesten zeigt sich das Bau- und Ausbaugewerbe. Hier wird die Lage vergleichsweise positiv eingeschätzt. Am anderen Ende steht der Handel mit dem niedrigsten Stimmungsbild.
„Unsere Umfrage ist ein ehrlicher Blick in die Realität der Wirtschaft in Ostwestfalen“, sagt Thomas Mühlhausen, Vorstandsmitglied der Volksbank in Ostwestfalen. „Die Ergebnisse zeigen, wie sehr Bürokratie und Energiekosten die Betriebe belasten.“
Die Ergebnisse wurden durch Jörg Kemminer, Bereichsleiter Firmenkundenberatung der Volksbank, vorgestellt. Unternehmerische Praxisimpulse kamen von Gastreferent Jörg-Uwe Goldbeck.
Besonders klar treten die strukturellen Problemfelder hervor. 75 Prozent der Unternehmen empfinden die Bürokratie als große Belastung. Dieser Wert entspricht dem Vorjahr und verdeutlicht, wie stark Formulare, Nachweispflichten und komplexe Verfahren den betrieblichen Alltag bestimmen. Zusätzlich verschärfen sich die Sorgen rund um die Energiekosten. 52 Prozent der Unternehmen sehen darin ein Problem, nach 48 Prozent im Vorjahr.
Ein Schwerpunkt der Befragung lag in diesem Jahr auf dem Thema Künstliche Intelligenz. 37 Prozent der Unternehmen gaben an, bereits KI zu nutzen, 59 Prozent arbeiten derzeit ohne diese Technologien, vier Prozent machten keine Angabe. Eingesetzt wird KI vor allem im Bereich Marketing und Social Media sowie in der Datenanalyse. Zugleich zeigen die Antworten, warum viele Unternehmen noch vorsichtig sind. 46 Prozent nennen Datenschutz und Datensicherheit als Herausforderung. 40 Prozent sehen regulatorische Anforderungen und rechtliche Unsicherheiten als Hürde. Ebenfalls 40 Prozent beklagen fehlendes internes Wissen und mangelnde Kapazitäten. Viele Betriebe stehen damit erkennbar am Anfang eines Lernprozesses: Das Interesse ist da, die praktische Umsetzung aber oft noch unklar.
Für die Volksbank in Ostwestfalen ist die jährliche Unternehmensbefragung ein wichtiges Instrument, um die Lage der regionalen Wirtschaft besser zu verstehen und Angebote darauf auszurichten. Mittlerweile wird die Unternehmensbefragung seit 36 Jahren durchgeführt.